Sparbuch – beliebt, aber nicht mehr zeitgemäß

• Bigbank, den 3. Juli 2020

Sparbuch

"Ist das Sparbuch tatsächlich „sicherer“ als andere Finanzprodukte?"

Sparbuch – beliebt, aber nicht mehr zeitgemäß

Das gute alte Sparbuch hat ausgedient. Sollte man zumindest meinen, denn es bringt schon lange kaum noch Zinsen. Tatsächlich verlieren die angelegten Beträge sogar an Wert, denn die Zinsen sind schon seit Jahren so gering, dass mit ihnen nicht einmal die Inflation (Verlust der Kaufkraft des Geldes) ausgeglichen werden kann. Trotz alledem sind sowohl das echte Sparbuch als auch das Onlinesparkonto weiterhin stark verbreitet. Mehr als die Hälfte der deutschen Sparer (55,2 Prozent) setzen laut Statista immer noch aufs Sparbuch. In Österreich nutzen sogar 76 Prozent immer noch ein Sparbuch oder eine Sparkarte.

Und das betrifft nicht nur die ältere Generation. Im Gegenteil: Nicht umsonst wird die sogenannte Generation Z der nach 1995 Geborenen auch „Generation Sparbuch“ genannt. Laut einer Jugendstudie des Bundesverbands Deutscher Banken aus dem Jahr 2018 spart jeder Zweite der unter 25-Jährigen regelmäßig – und zwar am liebsten auf dem „sicheren“ Sparbuch. Durchschnittlich legten zum Beispiel die jungen Deutschen im Befragungszeitraum 179 Euro monatlich zur Seite. Das sind 42 Euro mehr als noch vor drei Jahren.

Grund für diese ausgeprägte Sparbereitschaft soll ein hohes Sicherheitsbedürfnis der jungen Menschen sein, das größer ist als der Wunsch nach Rendite. Anders als ihre Vorgänger aus der Generation Y, die in den boomenden 2000er Jahren groß geworden sind, sind sie risikoaverser und weniger experimentierfreudig, wenn es um Geldfragen geht, zeigt die Studie.

„Tatsächlich verlieren die angelegten Beträge sogar an Wert, denn die Zinsen sind schon seit Jahren gering.“

Doch ist das Sparbuch tatsächlich „sicherer“ als andere Finanzprodukte? Richtig ist, dass das Sparbuch früher als zinsstarke Geldanlage galt. Doch die Zeiten sind vorbei, heute bewegt sich die Verzinsung in der Regel unter 0,20 Prozent und das Ersparte verliert aufgrund der Inflation sogar an Wert. An seine Stelle sind nicht nur renditestärkere, sondern auch flexiblere Alternativen wie etwa Tagesgeld getreten. Denn von einem Sparbuch können monatlich maximal 2000 Euro abgehoben werden. Höhere Beträge unterliegen der Sperr- bzw. Kündigungsfrist (3 Monate). Ansonsten fallen Verzugszinsen an (25% des Zinssatzes).

Für Tagesgeld dagegen erhalten Sparer bei der Bigbank zum Beispiel bis zu einer Höhe von 100.000 Euro einen variablen Zinssatz von 0,50 Prozent pro Jahr, der deutlich höher ist als die üblichen Sparzinsen. Hinzu kommt: Die Ersparnisse können jederzeit abgehoben oder aufgestockt werden, es gibt keine Sperrfristen. Und auch Gebühren fallen dafür keine an.

Damit ist das Tagesgeld eine gute Ergänzung zu unseren Termingeldern. Diese haben zwar eine feste Laufzeit, versprechen dafür aber noch höhere Zinsen bis zu 1,5 Prozent pro Jahr. Schon ab einer Laufzeit von drei Monaten liegt der Zinssatz über 0,5 Prozent.

Mit der Kombination von Tagesgeld und Termingeld können Sparer also flexibel auf ihr Geld zugreifen (Tagesgeld) und gleichzeitig deutlich höhere Zinsen als auf dem Sparbuch erwirtschaften. Bis zu einem Betrag von 100.000 Euro (inklusive aufgelaufener Zinsen) ist ihr Erspartes zudem durch die EU-Einlagensicherung vollkommen sicher.

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