800 Jahre Tallinn – eine Stadt, die viel mehr als nur Geschichte bietet“

• Bigbank, den 19. Juni 2019

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„Der Name Tallinn bedeutet abgeleitet übrigens so viel wie dänische Stadt. “

800 Jahre Tallinn – eine Stadt, die viel mehr als nur Geschichte bietet

Estland ist zwar erst knapp über 100 Jahre alt – zumindest, wenn man die offizielle Staatsgründung der Republik Estland im Jahr 1918 als Geburtstag nimmt. Seine Hauptstadt Tallinn allerdings ist ein ganzes Stück älter: Im Juni jährt sich die erste historische Nennung der Stadt zum 800. Mal. Aus diesem Anlass wollen wir Tallinn, das bis 1918 auch unter dem Namen „Reval“ bekannt war, genauer unter die Lupe nehmen.

Der Name Tallinn bedeutet abgeleitet übrigens so viel wie dänische Stadt. Historische Quellen belegen, dass sich die Stadt rund um die Burg Tallinn auf dem Domberg entwickelte. Die Burg wurde im Jahre 1219 von dänischen Eroberern eingenommen. Dänen gründeten im selben Jahr offiziell das Bistum Reval, was aus heutiger Sicht die Geburtsstunde der estnischen Hauptstadt darstellt. Mit seiner Lage an der Ostsee war Tallinn bereits im Mittelalter ein idealer Handelsplatz und aufgrund seines Hafens Teil der Hanse – einer Vereinigung von Kaufleuten, die über die Seefahrt in ganz Nordeuropa Handel betrieben. Noch heute ist Tallinn ein beliebter Anlageplatz, insbesondere für Kreuzfahrtschiffe. Aufgrund diverser Konflikte wechselte die Herrschaft der Stadt – und auch über Estland – im Laufe der Geschichte mehrfach zwischen deutscher, schwedischer und auch russischer Hand, bevor die Stadt nach Erlangung der estnischen Unabhängigkeit und Ausrufung der Republik Estland im Jahr 1918 offiziell zur Hauptstadt von Estland wurde. Und spätestens seitdem endgültig unter ihrem heutigen Namen bekannt wurde.

Kein Wunder also, dass Tallinn mit dieser langen Historie einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat – immerhin gilt das Zentrum der Altstadt Tallinns als UNESCO Weltkulturerbe. Hier stehen das mittelalterliche Tallinner Rathaus, der Tallinner Dom oder das von russischen Zaren erbaute Schloss Kadriorg – um nur einige zentrale Wahrzeichen zu nennen. Weitere sehenswerte Attraktionen sind zum Beispiel der Markt Balti Jaama Turg und schöne Stadtviertel wie Kalamaja, wo man mit dem Fotografieren gar nicht mehr nachkommt. Apropos Fotografieren: Wer sich ein Bild von der Schönheit Tallinns machen will, der findet auf Instagram über den Hashtag #Tallinn übrigens mehr als 2,2 Millionen Beiträge. Dabei wird auffallen: Das Tallinn der Gegenwart hat mehr als nur Geschichte zu bieten, sondern ist bunt und vielfältig – die Stadt ist international und zieht Menschen aus aller Welt an.

„Kein Wunder also, dass Tallinn mit dieser langen Historie einige Sehenswürdigkeiten zu bieten hat – immerhin gilt das Zentrum der Altstadt Tallinns als UNESCO Weltkulturerbe. “

Tallinn macht heute 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes von Estland aus und beherbergt einige der wichtigsten Universitäten des Landes, die Universität Tallinn sowie die Technische Universität. Kein Wunder also, dass sich in Tallinn eine lebendige Start-Up-Szene gebildet hat, die insbesondere auch ausländische Gründer anlockt – denn Estland bildet als hochgradig digitalisiertes Land innerhalb der Europäischen Union mit vergleichsweise geringer Steuerlast ideale Rahmenbedingungen. Das berühmteste Projekt aus Tallinn ist wohl der Internetdienst Skype, der seine Ursprünge in der estnischen Hauptstadt fand. Darüber hinaus ist Tallinn ein wichtigste Bankenstandort – nicht nur für Estland, sondern den gesamten baltischen Raum. Aus diesem Grund verfügt auch die Bigbank seit 1993 über ein Büro in Tallinn.

Das moderne Tallinn bietet seinen Einwohnern eine Menge Aktivitäten und Events. Ein Beispiel ist etwa der jährliche Tallinner Marathon, dessen Route durch das Stadtzentrum verläuft, wodurch die Läufer nebenbei viele berühmte Sehenswürdigkeiten Tallinns entdecken können. Sport und Sightseeing lassen sich auf diese Weise perfekt miteinander verbinden. Das gilt auch für den Tallinner Ironman, der seit 2018 veranstaltet wird und das östlichste Rennen dieser Art in Europa ist. Darüber hinaus beherbergt Tallinn 2019 die CEV Volleyball European Golden League, dem wichtigsten internationalen Turnier im Volleyball-Sport. Aber auch für weniger Sportbegeisterte hat Tallinn einiges zu bieten: Freunde klassischer Musik kommen beim Brigitta Festival der Philharmonie

Tallinn in der Ruine des gotischen Birgitta-Klosters auf ihre Kosten. Moderne Klänge hingegen gibt es bei der alljährlichen Tallinn Music Week, in der hunderte Künstler aus der ganzen Welt ihre Musik präsentieren – und das über die ganze Stadt verteilt. Folklore bietet das Tallinner Song Festival, das bereits zum 150. Mal stattfindet und vor 20 Jahren zudem noch um traditionelle Tänze erweitert wurde. Seitdem läuft das Event unter dem Titel „Estonian Song and Dance Celebratio“ und liefert spannende Einblicke in die estnische Kultur. Und wer etwas ganz anderes sucht, der findet seit 2013 mit dem Tallinner Street Food Festival ein weiteres Highlight, das Besucher mit den verschiedensten kulinarischen Köstlichkeiten versorgt.

Tallinn bietet seinen Einwohnern und Besuchern aus aller Welt nicht nur eine lange Geschichte und eine Menge historischer Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist auch zum Wirtschaft-Hub Estlands geworden, der allerlei interessante Menschen anlockt – und daher auch zum Standort verschiedenster kultureller, sportlicher und sonstiger Aktivitäten und Events ist. Vor dieser erstaunlichen Entwicklung ziehen wir unseren Hut und sind zuversichtlich, dass Tallinn auch nach weiteren 800 Jahren eine tolle und einzigarte Stadt bleiben wird, die jederzeit einen Besuch wert ist.

Bei der Verständigung in Tallinn dürfte es übrigens kaum Probleme geben, denn die Esten sind in vielen Fremdsprachen bewandert – nicht nur in Englisch, sondern oftmals auch in Deutsch. Da es immer gut ankommt, ein paar Worte in der Landessprache parat zu haben, sollte man sich „Tere“ („Hallo“), „Palun“ („Bitte“), „Aitäh“ („Danke“), „Jah“ („Ja“), „Ei“ („Nein“) und „Nägemist“ („Auf Wiedersehen“) merken.

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