Lohnt sich Sparen überhaupt noch?

• Bigbank, den 15. Juni 2018

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"Als Argument gegen das Sparen in Zeiten des Niedrigzinses wird oftmals die Inflation herangezogen."

Lohnt sich Sparen überhaupt noch?

Sparen lohnt nicht mehr! Dieser oder ähnliche Rufe werden im anhaltenden Niedrigzinsumfeld zunehmend lauter. Doch stimmt das? Die Fakten: der Leitzins im Euroraum, der ausschlaggebend ist für die Verzinsung von Sparprodukten, liegt derzeit bei 0,0 Prozent. Nach diesem Wert richten sich die Zinsen auf Sparkonten und Sparbüchern, die derzeit deutlich unter ihrem historischen Durchschnitt liegen. Diese Tatsache bedeutet allerdings nicht, dass man das Sparen vollständig an den Nagel hängen sollte. Richtig ist: Sparen lohnt sich derzeit im relativen Vergleich zu einem attraktiveren Zinsumfeld weniger. Es bleibt aber nach wie vor ein elementarer Bestandteil des langfristigen Vermögensaufbaus.

Laut dem Duden bedeutet Sparen „Geld nicht auszugeben, sondern für einen bestimmten Zweck zurücklegen beziehungsweise auf ein Konto einzuzahlen “. Dieser Zweck kann eine größere Anschaffung, eine Urlaubsreise oder die private Altersvorsorge sein, die angesichts einer fortschreitenden Alterung der Bevölkerung und einhergehender Belastungen für die Rentenkassen unumgänglich ist. Wer also behauptet, dass sich Sparen nicht lohnt, der plädiert auf gut Deutsch dafür, sein gesamtes verfügbares Einkommen zu „verprassen“. Es sollte offensichtlich sein, dass nicht Sparen damit auch keine Alternative ist.

Als Argument gegen das Sparen in Zeiten des Niedrigzinses wird oftmals die Inflation herangezogen, also die Teuerungsrate. Wer sein Geld für niedrigen oder gar keinen Zins spart, der verliert durch die Inflation langfristig an Kaufkraft. In Deutschland lag die Inflationsrate zuletzt bei 1,6 Prozent. Entsprechend hoch müsste also der Zinssatz sein, um seine Kaufkraft langfristig auf demselben Niveau zu halten. Dieses Argument ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings: Wer sein Geld vor diesem Hintergrund lieber ausgibt, tut sich keinen Gefallen. Er erhält zwar gegenwärtig mehr für sein Geld als er es in der Zukunft würde. Gleichzeitig baut er aber auch keinerlei Vermögen auf. Die Ausnahme: Er kauft Dinge, die er zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren Wert verkaufen kann – streng genommen konsumiert er damit aber nicht, sondern investiert beziehungsweise spekuliert. Beide Praktiken besitzen ihre Daseinsberichtigung, setzen aber auch eine nicht unwesentlich höhere Risikotoleranz als Sparen voraus.

"Wer schon heute regelmäßig Geld zurücklegt, wird von einer Zinswende deutlich stärker profitieren als jemand, der aufgrund des Niedrigzinses lieber konsumiert."

Ein Beispiel-Szenario, das aufzeigen soll, warum sich langfristiges Sparen selbst dann lohnen würde, wenn das Geld auf einem vollständig unverzinsten Konto oder Sparbuch aufbewahrt würde: Susi und Max leben unter gleichen Lebensumständen, inklusive Gehalt. Der einzige Unterschied: Während Max im Niedrigzinsumfeld sein gesamtes verfügbares Einkommen vollständig für Konsumausgaben nutzt, legt Susi monatlich einen dreistelligen Betrag beiseite. Nach zwei Jahren hat Susi damit mehrere Tausend Euro zurückgelegt, Max hat sein Konto jeden Monat auf den letzten Cent geplündert. In unserem hypothetischen Szenario steigen nun die Zinsen in der Euro-Zone nach zwei Jahren wieder auf etwa drei Prozent. Daher beschließt Max, nun ebenfalls mit dem Sparen zu beginnen und legt genau dieselbe Summe wie Susi zurück. Nach erneut einem Jahr ziehen beide Bilanz und stellen fest, dass Susi deutlich höhere Spareinkünfte erzielt hat. Der Hintergrund: Mit ihrem längerfristig angesparten und deutlich höherem Kapital hat sie zu den gleichen Zinskonditionen wie Max einen erheblichen höheren Ertrag erwirtschaftet.

Die Moral der Geschichte: Auch im Niedrigzinsumfeld lässt sich ein Fundament für zukünftige Erträge bilden. Wer schon heute regelmäßig Geld zurücklegt, wird von einer Zinswende deutlich stärker profitieren als jemand, der aufgrund des Niedrigzinses lieber konsumiert. Wer also sagt, dass sich Sparen im Niedrigzinsumfeld nicht lohnt, der macht es sich zu einfach. Richtig ist: Sparen lohnt heute weniger als noch vor ein paar Jahren. Wer allerdings sein Vermögen langfristig steigern möchte, der hat gar keine Alternative, als Geld beiseite zu legen. Daher ist es gerade im Niedrigzinsumfeld umso wichtiger, sich die Zinskonditionen verschiedener Anbieter ganz genau anzuschauen – und sich die am Markt derzeit attraktivsten Zinskonditionen (selbstverständlich nur bei vertretbaren Risiko) zu sichern. Denn langfristig lohnt sich Sparen immer!

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